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Wie wird in der gestalttheoretischen Psychotherapie gearbeitet |
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In der GTP erwartet Sie kein im voraus festgelegtes, einheitliches Schema des
Ablaufs und der Arbeitsweise. Ich werde vielmehr mit Ihnen gemeinsam
herauszufinden versuchen, was für Sie in Ihrer jeweiligen Situation gerade am
hilfreichsten ist und welche Arbeitsweise am besten für die gemeinsame therapeutische
Arbeit ist.
So wenig die GTP also auf einen bestimmten Ablauf und bestimmte Arbeitstechniken
fixiert ist, so lassen sich doch grundlegende gemeinsame Eigenheiten und
Kennzeichen dieser Therapieform nennen:
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Wie hilflos und Ihrem Leiden ausgeliefert auch immer Sie sich derzeit fühlen
mögen: Ich gehe davon aus, daß die für die Bewältigung Ihrer derzeitigen
Probleme erforderlichen Kräfte und Fähigkeiten in Ihnen selbst angelegt
sind. Sie wiederzuentdecken, freizulegen und zu entwickeln ist die Aufgabe der
Therapie. Sie werden in der GTP also nicht einseitig "behandelt", sondern bei
der Entfaltung der Möglichkeiten zur Selbstheilung unterstützt.
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Natürlich hat auch Ihre jetzige schwierige Situation ihre Vorgeschichte. In der
GTP geht es jedoch nicht darum, eine historische Ursache Ihrer derzeitigen
Situation herauszufinden. Vielmehr werden Sie in der Therapie mit mir
sorgfältig erkunden, was Ihre derzeitige Situation bestimmt - einschließlich der
heute noch für Sie wirksamen Erinnerungen und Bindungen an Ihre
Vergangenheit und Ihrer heute wirksamen Vorstellungen von Ihrer Zukunft
("Hier-und-Jetzt"-Prinzip).
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Die GTP geht davon aus, daß Ihre Fähigkeit zu einem erfüllten Leben, zur
Bewältigung von Krisen und zur Selbstheilung wesentlich davon abhängt, daß
Sie lebendigen Kontakt zu sich und Ihrer Umwelt halten können. Ihr Denken,
Ihre Gefühle, Ihre Intuitionen, Ihre Körperempfindungen und Ihr
Handeln sollten Ihnen wie alle Arten der Wahrnehmung möglichst gut als
Ganzes gegenwärtig und verfügbar sein. Darauf, diese Fähigkeit zu schulen
oder wiederzugewinnen, wird daher in der GTP besonders geachtet.
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Nicht zuletzt deshalb wird auch in der Therapiestunde dem unmittelbar
Erlebten der Vorrang vor dem nur Gedachten, Erinnerten, Nacherzählten
oder für die Zukunft Angenommenen gegeben. Auch wenn Sie in der
Therapie Vergangenes oder Zukünftiges zur Sprache bringen, werden Sie in
der GTP daher dazu angeleitet werden, es "in die Gegenwart zu holen" (also
z.B. so zu erzählen und zu behandeln wie ein hier und jetzt stattfindendes
Ereignis). Damit soll auch Erinnertes und Erwartetes für Sie möglichst
unmittelbar erlebbar werden - mit all den Gefühlen, Empfindungen und
Impulsen, die einem beim "Nur-darüber-Reden" oft gar nicht zugänglich sind.
Gleiches gilt z.B., wenn Sie Erlebnisse und Konflikte mit anderen Personen
zum Thema machen - auch dann wird es in der Regel darum gehen, diese in der
Therapiestunde tatsächlich anwesend und gegenwärtig erlebbar zu machen.
Dies erleichtert die Auseinandersetzung mit der Problematik und neue
Einsichten und Lösungsansätze. Die GTP gehört in diesem Sinn zu den
erlebnisaktivierenden Psychotherapie-Verfahren.
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In der GTP werden Ihre Vorstellungen, Wünsche, Phantasien und
Träume nicht als "nicht real" abgetan. Für Ihr Erleben und Verhalten sind
diese gleichermaßen real und wirksam wie die sogenannten "objektiven
Fakten". Sie werden daher in der GTP auch genauso beachtet und respektiert
wie alles andere, was Ihre Erlebniswelt ausmacht und bestimmt.
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Ein erster Schritt zu einer positiven Veränderung Ihrer Situation wird in der
Regel darin bestehen, dass Sie mit meiner Unterstützung neue Einsichten über
sich, ihre Situation und Ihre Möglichkeiten gewinnen. Aber Einsichten allein
bewirken nicht allzu viel. Es braucht auch den Mut, neue Einsichten in
tatsächliche Veränderungen im Leben angemessen umzusetzen und für
das eigene Erleben und Verhalten und seine Auswirkungen
Verantwortung zu übernehmen. Die GTP versteht sich in diesem Sinn nicht
nur als einsichtsförderndes Therapieverfahren, sondern zugleich auch als
unterstützendes Verfahren zur praktischen Erprobung und Umsetzung
gewonnener Erkenntnisse und zur Förderung der Selbstverantwortung.
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Ich verstehe mich weder als unbeteiligte und unberührte Expertin, die weiß und
Ihnen sagt, was in Ihrem Leben zu verändern ist, noch bin ich bloß
teilnahmsvolle Zuhörerin Ihrer Lebensgeschichte. Ich werde als der Mensch,
der ich bin, mit all meinen persönlichen Eigenheiten und Fähigkeiten in der
Therapie präsent sein und Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen einen
geschützten und förderlichen Rahmen für die anstehenden Klärungen und
Veränderungen bieten. Das solidarische Arbeitsbündnis, das ich Ihnen
anbiete, wird nicht immer nur aus einfühlsamer Stützung, Bestätigung,
Förderung und Ermutigung bestehen. Wo es für die Überwindung Ihrer
Schwierigkeiten notwendig ist, wird es in respektvoller Weise auch
Widerspruch, Konfrontation mit unangenehmen oder vermiedenen
Themen und auch "Kampf" geben - und jede Unterstützung, die Sie
brauchen, um damit zu Ihrem Nutzen umzugehen.
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