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Wie wird in der gestalttheoretischen
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Wie wird in der gestalttheoretischen Psychotherapie gearbeitet


In der GTP erwartet Sie kein im voraus festgelegtes, einheitliches Schema des
Ablaufs und der Arbeitsweise.
Ich werde vielmehr mit Ihnen gemeinsam
herauszufinden versuchen, was für Sie in Ihrer jeweiligen Situation gerade am
hilfreichsten ist und welche Arbeitsweise am besten für die gemeinsame therapeutische
Arbeit ist.

So wenig die GTP also auf einen bestimmten Ablauf und bestimmte Arbeitstechniken
fixiert ist, so lassen sich doch grundlegende gemeinsame Eigenheiten und
Kennzeichen dieser Therapieform nennen:


  1. Wie hilflos und Ihrem Leiden ausgeliefert auch immer Sie sich derzeit fühlen
    mögen: Ich gehe davon aus, daß die für die Bewältigung Ihrer derzeitigen
    Probleme erforderlichen Kräfte und Fähigkeiten in Ihnen selbst angelegt
    sind.
    Sie wiederzuentdecken, freizulegen und zu entwickeln ist die Aufgabe der
    Therapie. Sie werden in der GTP also nicht einseitig "behandelt", sondern bei
    der Entfaltung der Möglichkeiten zur Selbstheilung unterstützt.

  2. Natürlich hat auch Ihre jetzige schwierige Situation ihre Vorgeschichte. In der
    GTP geht es jedoch nicht darum, eine historische Ursache Ihrer derzeitigen
    Situation herauszufinden. Vielmehr werden Sie in der Therapie mit mir
    sorgfältig erkunden, was Ihre derzeitige Situation bestimmt - einschließlich der
    heute noch für Sie wirksamen Erinnerungen und Bindungen an Ihre
    Vergangenheit und Ihrer heute wirksamen Vorstellungen von Ihrer Zukunft
    ("Hier-und-Jetzt"-Prinzip).

  3. Die GTP geht davon aus, daß Ihre Fähigkeit zu einem erfüllten Leben, zur
    Bewältigung von Krisen und zur Selbstheilung wesentlich davon abhängt, daß
    Sie lebendigen Kontakt zu sich und Ihrer Umwelt halten können. Ihr Denken,
    Ihre Gefühle, Ihre Intuitionen, Ihre Körperempfindungen und Ihr
    Handeln sollten Ihnen wie alle Arten der Wahrnehmung möglichst gut als
    Ganzes gegenwärtig und verfügbar sein.
    Darauf, diese Fähigkeit zu schulen
    oder wiederzugewinnen, wird daher in der GTP besonders geachtet.

  4. Nicht zuletzt deshalb wird auch in der Therapiestunde dem unmittelbar
    Erlebten der Vorrang vor dem nur Gedachten, Erinnerten, Nacherzählten
    oder für die Zukunft Angenommenen gegeben.
    Auch wenn Sie in der
    Therapie Vergangenes oder Zukünftiges zur Sprache bringen, werden Sie in
    der GTP daher dazu angeleitet werden, es "in die Gegenwart zu holen" (also
    z.B. so zu erzählen und zu behandeln wie ein hier und jetzt stattfindendes
    Ereignis). Damit soll auch Erinnertes und Erwartetes für Sie möglichst
    unmittelbar erlebbar werden - mit all den Gefühlen, Empfindungen und
    Impulsen, die einem beim "Nur-darüber-Reden" oft gar nicht zugänglich sind.
    Gleiches gilt z.B., wenn Sie Erlebnisse und Konflikte mit anderen Personen
    zum Thema machen - auch dann wird es in der Regel darum gehen, diese in der
    Therapiestunde tatsächlich anwesend und gegenwärtig erlebbar zu machen.
    Dies erleichtert die Auseinandersetzung mit der Problematik und neue
    Einsichten und Lösungsansätze. Die GTP gehört in diesem Sinn zu den
    erlebnisaktivierenden Psychotherapie-Verfahren.

  5. In der GTP werden Ihre Vorstellungen, Wünsche, Phantasien und
    Träume nicht als "nicht real" abgetan.
    Für Ihr Erleben und Verhalten sind
    diese gleichermaßen real und wirksam wie die sogenannten "objektiven
    Fakten". Sie werden daher in der GTP auch genauso beachtet und respektiert
    wie alles andere, was Ihre Erlebniswelt ausmacht und bestimmt.

  6. Ein erster Schritt zu einer positiven Veränderung Ihrer Situation wird in der
    Regel darin bestehen, dass Sie mit meiner Unterstützung neue Einsichten über
    sich, ihre Situation und Ihre Möglichkeiten gewinnen. Aber Einsichten allein
    bewirken nicht allzu viel. Es braucht auch den Mut, neue Einsichten in
    tatsächliche Veränderungen im Leben angemessen umzusetzen und für
    das eigene Erleben und Verhalten und seine Auswirkungen
    Verantwortung zu übernehmen.
    Die GTP versteht sich in diesem Sinn nicht
    nur als einsichtsförderndes Therapieverfahren, sondern zugleich auch als
    unterstützendes Verfahren zur praktischen Erprobung und Umsetzung
    gewonnener Erkenntnisse und zur Förderung der Selbstverantwortung
    .

  7. Ich verstehe mich weder als unbeteiligte und unberührte Expertin, die weiß und
    Ihnen sagt, was in Ihrem Leben zu verändern ist, noch bin ich bloß
    teilnahmsvolle Zuhörerin Ihrer Lebensgeschichte. Ich werde als der Mensch,
    der ich bin, mit all meinen persönlichen Eigenheiten und Fähigkeiten in der
    Therapie präsent sein und Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen einen
    geschützten und förderlichen Rahmen für die anstehenden Klärungen und
    Veränderungen bieten. Das solidarische Arbeitsbündnis, das ich Ihnen
    anbiete, wird nicht immer nur aus einfühlsamer Stützung, Bestätigung,
    Förderung und Ermutigung bestehen. Wo es für die Überwindung Ihrer
    Schwierigkeiten notwendig ist, wird es in respektvoller Weise auch
    Widerspruch, Konfrontation mit unangenehmen oder vermiedenen
    Themen und auch "Kampf" geben - und jede Unterstützung, die Sie
    brauchen, um damit zu Ihrem Nutzen umzugehen.



 
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